Grüne beim Training der Rettungshunde dabei

Ein Training der Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwaldkreis e.V. besuchten Vertreterinnen und Vertreter der Grünen Liste Bensheim (GLB) auf einem Gelände in Heidelberg. Vorsitzender Harald Fertig informierte die Gäste über das Training und die Arbeit des Vereins.

Der Verein hat drei geprüfte Flächensuchhunde und vier geprüfte Mantrailer. In der Flächensuche befinden sich sieben Hunde in Ausbildung, bei den Trailern sind es noch weitere drei. Mantrailer sind speziell ausgebildete Personenspürhunde, die mit einem Geruchsartikel der Spur von vermissten Personen folgen. In ganz Hessen gibt es 19 solcher Hunde. Gleichzeitig gab es im laufenden Jahr 2017 bereits 30 Einsätze, bei denen die Hundestaffel gerufen wurde. In der Regel wird die Staffel von der Polizei angefordert.

Um den Ausbildungsstand zu erhalten und die alle drei Jahre anstehenden Prüfungen zu meistern, sind wöchentlich mehrere Trainings nötig. Da es dem Verein an einem eigenen Gelände fehlt, werden alle Möglichkeiten genutzt, so eben auch Fahrten zu einem Training bis nach Heidelberg.

Die Grünen konnten beim Training den Hund begleiten und sehen, wie eine Suche nach einer vermissten Person abläuft, wie der Hund die Spur aufnimmt und dann die gefundene Person anzeigt. Dazu Charlotte von Hauff Sprecherin der GLB: „Natürlich hat man so seine Vorstellungen, wie das ablaufen könnte, aber erst vor Ort wurde uns deutlich, wie komplex und aufwendig so eine Suche ist und auch wie viel Kraft und Anstrengung sie dem Hund abverlangt.“

Die gesamte Arbeit des Vereins ist ehrenamtlich und finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, hohem privaten Engagement und aus Spenden. Zur Ausbildung gehören u. a. auch die Erste Hilfe am Menschen und am Hund, Notfallversorgung (PSNV) und Einsatztaktik. Trifft die Hundestaffel bei einem Einsatz zuerst ein, so stellt sie den Einsatzkoordinator der „Fachberater Rettungshund“ für die Polizei, bis der Einsatz abgeschlossen ist. Geht es um ein großes Suchgebiet, beispielsweise im Wald, werden Abschnittsleiter eingeteilt. Auch hier ist ein guter und aktueller Ausbildungsstand nötig. Bei großen Einsätzen werden mehrere Hundestaffeln gerufen. Die Grünen erfuhren, dass beim bisher größten Einsatz 150 Helfer mit 73 Hunden beteiligt waren. Gesucht werden oft ältere und orientierungslose Menschen, Kinder und Suizidale. Für Nachbesprechungen und eventuell nötige psychologische Betreuung der ehrenamtlichen Helfer fehlt es dem Verein an eigenen Räumlichkeiten.

Bensheim liegt zentral im Einzugsgebiet des Vereins, weshalb ein Trainingsplatz mit einer kleinen Unterkunft und ausreichend Parkplätze hier wünschenswert wäre. Benötigt würden mindestens 500 Quadratmeter, ein bis zwei Hektar wären optimal.

„Wir konnten uns überzeugen, dass die Arbeit der Rettungshundestaffel mit viel Engagement ausgeführt wird und ein wichtiger und unterstützenswerter Beitrag für unsere Gesellschaft ist“, stellt GLB-Fraktionsvorsitzende Doris Sterzelmaier fest. Die Stadt Bensheim hat mitgeteilt, dass sie grundsätzlich ehrenamtliche Tätigkeiten würdigt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt. Beispielsweise können gemäß der Hundesatzung gemeldete Rettungshunde auf Antrag bei der Stadt von der Hundesteuer befreit werden. Bezüglich eines Trainingsplatzes sind derzeit mehrere Gelände im Gespräch. „Wir können uns auch vorstellen, dass so ein Platz noch eine Mitnutzung erfährt und nicht ausschließlich vom Verein belegt wird. Auch wäre zu überlegen, welche bestehenden Liegenschaften sich anböten, bei denen der Verein Rettungshundestaffel mit hinzukommen könnte. Die Grünen wollen bei der Suche mithelfen und den Verein unterstützen“, so GLB-Stadtverordneter Moritz Müller.

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