Bensheim bleibt Fairtrade-Stadt

Vortrag im Franziskushaus

Seit 2011 trägt Bensheim den Titel Fairtrade-Stadt. Verliehen wurde die Auszeichnung durch den Verein TransFair in Köln. Alle zwei Jahre wird überprüft, ob die Kriterien weiterhin erfüllt sind. Auch für die dritte Titelerneuerung musste ein umfangreicher Fragebogen ausgefüllt werden, waren diverse Unterlagen einzureichen ehe Ende September die Bestätigung kam: für die kommenden zwei Jahre darf Bensheim den Titel Fairtrade-Stadt weiterhin tragen.

„Wir sehen die Titelerneuerung als Ansporn, unser Engagement weiter zu vertiefen. Es ist uns gelungen, die Steuerungsgruppe auf neun Personen zu erweitern. Wir hoffen, dass die Vernetzung der Unterstützer des fairen Handels so noch besser gelingt und wir unsere Aufgaben noch besser anpacken können. Beschäftigen wird uns beispielsweise die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nation (sustainable developement goals – SDG´s), die 2015 verabschiedet wurden. Speziell bei der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung könnte es hier noch manches dicke Brett zu bohren geben“, so der Sprecher der Steuerungsgruppe Thomas Götz.

Aus Anlass der Titelerneuerung lädt die Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Bensheim am Mittwoch, 25. Oktober um 19:30 Uhr ins Franziskushaus ein. Gifty Rosetta Amo Antwi, Geschäftsführerin Weltladen Unterwegs/Mainz, konnte für einen Vortrag über das Thema „Flucht, Migration und der faire Handel“ gewonnen werden:

„Weltweit sind Schätzungen zufolge mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Hauptursachen dafür, dass Menschen ihre Heimat verlassen und Zuflucht suchen, sind (Bürger-)Kriege und fehlende wirtschaftliche Perspektiven. Dabei liegen auch Bürgerkriegen in vielen Fällen wirtschaftliche Ursachen zugrunde. Die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen in den betroffenen Regionen und eine lebendige Willkommenskultur an den Zufluchtsorten sind dringend geboten.“ schreibt Frau Amo Antwi.

Ergänzende Informationen

Fairtrade-Towns fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel in ihrer Heimat stark machen.

Die Erfüllung der folgenden Kriterien ist für die Titelverleihung bzw. Erneuerung nachzuweisen:

  • Die Kommune verabschiedet einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels.
  • Eine lokale Steuerungsgruppe koordiniert die Aktivitäten vor Ort.
  • In den lokalen Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants Produkte aus fairem Handel angeboten.
  • Produkte aus fairem Handel werden in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet.
  • Die örtlichen Medien berichten regelmäßig über alle Aktivitäten in der Fairtrade-Town.

Weltweit gibt es mittlerweile über 2000 Fairtrade-Städte, darunter Weltstädte wie London, Rom, Brüssel und San Francisco. In Deutschland wurden bislang ca. 500 Städte mit dem Titel ausgezeichnet, Bensheim ist seit Oktober 2011 als 59. Stadt in Deutschland dabei, Heppenheim folgte wenig später, außerdem im Kreis Bergstraße Viernheim und Lampertheim.

Damit leistet die Stadt einen nachhaltigen Beitrag zur weltweiten Armutsbekämpfung und zu mehr Gerechtigkeit in den Wirtschaftsbeziehungen mit den Ländern des Südens.

  • Einhaltung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen
  • Verbot illegaler Kinder- und Zwangsarbeit,
  • garantierte Mindestpreise
  • Einhaltung von existenzsichernden Mindestlohnvereinbarungen

Im Internet findet sich die Fairtrade-Stadt Bensheim unter www.fairtradestadt-bensheim.de

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