GLB für Erhalt der Liebfrauenschule in Bensheim

Die Fraktion der GLB in der Stadtverordnetenversammlung hat sich erneut mit der Situation der Liebfrauenschule Bensheim beschäftigt und spricht sich für den Erhalt der Schule in Trägerschaft des Bistums Mainz aus. Die GLB fordert das Bistum auf, das christlich geprägte Mädchengymnasium mit einem integrierten Realschulzweig, und seinem besonderen pädagogischen Angebot der Nachmittagsbetreuung wie bisher zu erhalten.

Insofern würden es die Grünen begrüßen, wenn sich auch die Fraktionen im Stadtparlament bei der Sitzung am 5.11. mit der Verabschiedung einer gemeinsamen Resolution an den Schulträger, das Bistum Mainz, dem Anliegen der Liebfrauenschule anschließen, betont die GLB-Fraktionsvorsitzende Doris Sterzelmaier.

Die Liebfrauenschule zeichnet sich – wie einer der Sprecher des Ortsverbandes von Bündnis‘90/Die Grünen, der ehemalige stellvertretene Schulleiter der LFS, Peter L. Born erläutert – durch ein besonderes pädagogisches Konzept einer modernen Mädchenbildung aus. Sie fördert ihre Schülerinnen in vorbildlicher Weise je nach den persönlichen Bedürfnissen. Dazu gehört – so Born – ein breites Spektrum von Wahlmöglichkeiten in den sprachlichen, kreativen und sportlichen Bereichen wie – genauso selbstverständlich – das umfangreiche Angebot in den MINT-Fächern (Die Schule ist u.a. eine MINT-freundliche Schule und Umweltschule).

Eine Besonderheit des pädagogischen Konzepts der Schule ist die Vermittlung christlicher Werte. Neben einer soliden Wissensvermittlung ist die Förderung der Sozialkompetenz ein besonderes Anliegen des Schulprofils. Erklärtes Leitziel der Schule ist die Erziehung zu selbstbewussten jungen Frauen, die bereit sind, sich zu engagieren und in allen Bereichen der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen.

Die Aufgabe der Trägerschaft durch die katholische Kirche würde das Ende dieser traditionsreichen Bildungseinrichtung in der jetzigen Form als Schule mit einem christlichen Erziehungsziel bedeuten. Die von den Maria-Ward-Schwestern gegründete Schule im Herzen von Bensheim hat sich seit über als 160 Jahren speziell die Förderung der Mädchenbildung als Ziel gesetzt. Über Generationen hinweg fühlen sich viele Frauen in und weit um Bensheim herum dieser Schule verbunden, die für sie prägende Heimat war und ist.

Die aktuell über 750 Schülerinnen, die das Gymnasium und den Realschulzweig besuchen, ihre Familien und Lehrer/*innen brauchen – so der grüne Bürgermeisterkandidat, Manfred Kern – schnell Sicherheit, wie es mit der Schule weitergeht. Sollte sich das Bistum sich nicht doch noch zu einer Weiterführung der Schule in seiner Trägerschaft bereit erklären, gilt es – wie Kern betont – umgehend entweder eine neue Form einer privaten oder staatlichen Trägerschaft zu finden. Wenn die Schule letztlich ganz in die Trägerschaft des Kreises Bergstraße bzw. des Landes Hessen übergehen sollte, halten wir Grünen es für wünschenswert, – so Kern weiter – dass die Liebfrauenschule dennoch als nicht-konfessionelle Schule mit ihrem speziellen Profil der Mädchenbildung erhalten bleibt und dabei u.a. auch weiterhin zur Integration von Migrantinnen beitragen kann. Denkbar ist für uns – wie der grüne Stadtverordnete Moritz Müller abschließend ausführt – die Liebfrauenschule als eine Art ‚Laborschule‘ mit einem speziellen erzieherischen Profil, der sich dann auch in pädagogischer Hinsicht neue Spielräume eröffnen können.

Verwandte Artikel