Grüne Liste: Sparkassen-Hauptstelle muss in der Bensheimer Innenstadt bleiben

Mit den neuen Varianten des Bauprojekts der Sparkasse Bensheim befasste sich der Vorstand der Grünen Liste Bensheim (GLB). Für das gerade neu gewählte Sprecherteam waren die Gedankenspiele zur Verlagerung des Hauptstandortes aus der Innenstadt überraschend.

„Die Sparkassen-Hauptstelle mit Privat- und Geschäftskundencenter gegenüber dem Bahnhof trägt wesentlich zur Belebung der Innenstadt bei. Schon dass die Hauptstelle vorübergehend an den Anfang der Wormser Straße verlegt wurde, spüren viele Geschäftsleute schmerzlich.“ Der Verbleib einer kleinen Geschäftsstelle reicht hier nicht aus, sagt Vorstandsmitglied Wolfram Fendler.

„Wir hoffen, dass mit der Rückführung der in das Gewerbegebiet ausgelagerten Bereiche in die Innenstadt ein Beitrag zu ihrer Belebung geleistet wird. Nun scheint das Denken in Vorstand und Verwaltungsrat in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Das erschreckt uns und bedeutet nichts Gutes für Bensheim, wenn es umgesetzt würde“, erläutert Annette Müller.

Michael Krapp erinnert daran, dass es wirtschaftliche Effizienzverbesserungen waren, die durch die Aufgabe des Standortes im Gewerbegebiet und die Zusammenfassung aller Sparkassenaktivitäten in der Hauptstelle in der Bahnhofstraße erschlossen werden sollten. Mit den erwarteten Einsparungen sollten die Kosten für den Grundstücksankauf und die geplante Sanierung und Erweiterung des Bestandsgebäudes gerechtfertigt werden. „Die Argumente für die Zusammenführung können doch nicht vom einen auf den anderen Tag falsch geworden sein.“

Gleichzeitig warnt er vor den Folgen einer Verlegung: „Eine Verlegung der Hauptstelle aus der Innenstadt mit Verwaltung und Beratungscenter für Privat- und Firmenkunden würde nicht nur die Bindung der Sparkasse an Bensheim schwächen, sondern auch die Bindung der Bensheimerinnen und Bensheimer an ihre Sparkasse.“

Die GLB wundert sich über die Aussage des Sparkassenvorstandes Eric Tjarks im Bergsträßer Anzeiger vom 22. Februar, dass Stadt und Regierungspräsidium einen Sparkassenneubau auf einer Fläche von 7.500 Quadratmeter am Berliner Ring gegenüber dem Ärztehaus grundsätzlich begrüßen würden. Der Vorstand der Wählergemeinschaft für Demokratie und Umwelt verweist darauf, dass das Gelände westlich des Berliner Rings im rechtskräftigen Flächennutzungsplan der Stadt als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen ist. Ausgenommen wurde nur das ehemalige Gelände der Baufirma Lahr, das durch einen separaten Bebauungsplan auf die im Bestand gegebene Nutzungsfläche sowie in Nutzungshöhe und -dichte beschränkt ist (Bebauungsplan: BA 44 – Im Hähnerfeld), da die Stadtverordneten keine über den vorhandenen Bestand hinausgehende gewerbliche Bebauung westlich des Berliner Rings zulassen wollten. Auch der gültige regionale Raumordnungsplan weist die Fläche als landwirtschaftliche Fläche aus. Wer immer von Seiten der Stadt oder des Regierungspräsidiums eine andere Aussage getätigt hätte, hätte damit gegen die geltenden und für die Verwaltung rechtlich bindenden Vorgaben der parlamentarischen Gremien gehandelt – „Das möchten wir uns lieber gar nicht vorstellen.“

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