Mitgliederversammlung der Grünen Liste Bensheim mit Schwerpunkt Klimaschutz

Inhaltlicher Schwerpunkt der letzten Mitgliederversammlung der Grünen Liste Bensheim (GLB) war der Stand in der Umsetzung des Masterplans 100 % Klimaschutz in Bensheim. Im Jahr 2012 hatte sich Bensheim auf Betreiben der GLB um die Aufnahme in das Bundesförderprogramm „Masterplan 100 % Klimaschutz“ beworben und war als eine von 19 Kommunen aufgrund ihres schlüssigen Konzeptes für die Erstellung und später auch für die Umsetzung des Masterplans ausgewählt worden.

Der für Klimaschutz zuständige, grüne Stadtrat Adil Oyan berichtete über die vielfältigen, seitdem ergriffenen Maßnahmen und die erzielten Erfolge. Dabei hob Oyan die Energieeinsparmaßnahmen an städtischen Gebäuden und den hohe Wärmedämmstandard von städtischen Neubauten hervor. Auch wurden in diversen Gebäuden die Beleuchtung auf LED-Technik umgerüstet, wie auch die Straßenbeleuchtung, die fast flächendeckend umgesetzt ist.

Als einen der wichtigsten Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen nannte der Stadtrat die Installation von Solarthermie- und Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden, wie auch das weiter laufende Förderprogramm Klimaschutz, durch das Wärmedämmung, Energieeinsparung und Begrünung von Gebäuden und Grundstücken gefördert wird, vor allem aber auch regenerative Energiegewinnung durch Photovoltaik und Solarthermie, was die meistgefragte Form der Förderung sei. So wurden bis zum Jahr 2018 insgesamt 131 private Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von zusammen 1.651 kWp gefördert. Mit dem Förderprogramm Klimaschutz hat Bensheim den Wettbewerb „so machen wir’s“ der hessischen Klimakommunen gewonnen und wurde als Preisträger ausgezeichnet, wusste Oyan zu berichten.

Aber auch andere Punkte waren auf der Liste der umgesetzten Maßnahmen, wie zum Beispiel der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, unter anderem mit nur noch halbstündiger Vorlaufzeit für die Bestellung von Ruftaxis. Und nicht zuletzt der Ausbau der Radwegeverbindungen und die Förderung des Radverkehrs sowie die Umstellung des städtischen Fuhrparks mit über 50 Prozent aller Fahrzeuge, die rein elektrisch und selbstverständlich mit Ökostrom angetrieben werden, wie auch drei Dienst-E-Fahrräder für Dienstfahrten.

Insgesamt habe Bensheim durch den Masterplan Klimaschutz von Bundesförderungen in Höhe von über 500.000 Euro profitiert.

Beim Klimaschutz weiter hohe Ziele stecken

Natürlich konnte nicht alles umgesetzt werden, so unter anderem die im Masterplan vorgesehenen Projekte zur Aufstellung von Windrädern. Aufgrund der 2017 erfolgten Fortschreibung der Treibhausgasbilanz für 2016 lasse sich zudem der Verkehrssektor als der Bereich identifizieren, dem zukünftig besonderes Augenmerk gelten sollte, da, trotz aller Einsparungsmaßnahmen, durch die gleichzeitige Zunahme des CO2-Ausstoßes im Verkehrsbereich im Ergebnis zu wenig Reduzierung der CO2-Emissionen erreicht werden konnte.

In der folgenden Diskussion wurden die erzielten Ergebnisse ausdrücklich positiv bewertet. Stadtverordneter Wolfram Fendler wies darauf hin, dass zum Ausgleich der nicht realisierbaren Windräder ein erheblich größerer Ausbau der Photovoltaik erforderlich sei. Hierzu stellte Umweltdezernent Adil Oyan fest, dass sich ein solcher Ausbau der Photovoltaik dann nicht nur auf Hausdächer beschränken könne, sondern auch auf Freiflächen, z.B. entlang der Verkehrswege, insbesondere der Autobahnen, erfolgen müsse, oder auch Parkplätze mit Photovoltaikanlagen überdacht werden könnten, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Hierzu würden derzeit einige Ideen weiterverfolgt, die nicht so schnell zu Ergebnissen führten, wie man es sich wünscht.

Doris Sterzelmaier wies darauf hin, auch im Verkehrssektor müsse durch Verstärkung der Anstrengungen in dem Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und des Radverkehrs, aber auch der Elektromobilität, nachgesteuert werden, um den CO2-Einsparungszielen näher zu kommen.

Gemeinsam kam man zu dem Schluss, dass es sinnvoll sei, eine Überarbeitung des Masterplans 100 % Klimaschutz vorzunehmen, um, basierend auf den in der Umsetzung gemachten Erfahrungen, noch konkreter zu beschreiben, auf welchem Weg vom heute erreichten Stand das Ziel der Einsparung von 95 Prozent der CO2 Emissionen bis 2050 zu erreichen sei.

„Insgesamt wurde viel umgesetzt, was sehr positiv ist, dennoch ist uns klar, dass wir noch einiges unternehmen müssen, um unser Ziel zu erreichen“, fasste Wolfram Fendler als Versammlungsleiter die Diskussion zusammen.

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