Mehrgenerationenhaus Franziskushaus ist ein Magnet in der Innenstadt

Grüne Liste Bensheim besuchte Einrichtung in der Klostergasse

Im Rahmen ihres Sommerprogramms besuchte die Fraktion der Grünen Liste Bensheim (GLB) das Mehrgenerationenhaus (MGH) in der Klostergasse und wurde von der Koordinatorin Cornelia Tigges-Schwering empfangen. Anlass für das Gespräch war unter anderem die Auflösung des Seniorentreffs in der unteren Fußgängerzone. Vier Gruppen aus dem Seniorentreff wurden unmittelbar im Mehrgenerationenhaus aufgenommen, eine fünfte folgt im Januar. „Rund 40 Gruppierungen geben sich quasi die Klinke in die Hand und wir sind froh, die Nutzungsgebühren bei einem kleinen Entgelt belassen zu können, um niedrigschwellig Raum für die vielfältigen Aktivitäten zur Verfügung zu stellen“, beschreibt Tigges-Schwering die Situation. „Von der Geburtsvorbereitung bis zur Demenzgruppe reicht das vielfältige Angebot. Das Café Klostergarten, das einen offenen Mittagstisch anbietet, ist zudem immer gut besucht.“

„Das Mehrgenerationenhaus trägt mit der hohen Zahl der Besucherinnen und Besuchern sowie Ehrenamtlichen somit zur Belebung der Innenstadt bei und ist als etablierte Einrichtung in Bensheim nicht mehr wegzudenken“, stellt GLB-Stadtverordneter Moritz Müller fest.

Seit 2017 ist das MGH außerdem ein anerkanntes Familienzentrum. Die Finanzierung muss im September erneut beantragt werden und ermöglicht im Falle einer Bewilligung die Fortführung einer Jahrespraktikantenstelle.

Ein wichtiger Punkt kam ebenso zur Sprache: Die Weiterführung des Mehrgenerationenhauses ab 2021 gelingt nur, wenn der Bund die Zusage auf weitere sechs Jahre einhält und die Stadt Bensheim sich auch weiterhin finanziell beteiligt. Hier signalisierte Fraktionsvorsitzende Doris Sterzelmaier Unterstützung seitens der GLB. „Der Caritasverband Darmstadt als Träger des Hauses sieht sich hier natürlich auch in der Verantwortung“, so Tigges-Schwering.

Der Auftrag des Mehrgenerationenhauses lautet, den demographischen Wandel generationenübergreifend zu gestalten und zur Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte beizutragen. So werden zum Beispiel auch vom BAMF geförderte Integrationskurse für Frauen angeboten. Auf das Problem der Unterfinanzierung der Kinderbetreuung in diesem Bereich wies Frau Tigges-Schwering im Gespräch hin. Ohne die Caritas als Träger und die vielen Zuschüsse der öffentlichen Hand wäre die Finanzierung der Projekte undenkbar.

Ehrenamt als Leistungsträger

129 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verzeichnet das MGH zurzeit und diese tragen dazu bei, das breite Angebot zu stellen. Eine beeindruckende Zahl, wie die Grünen finden. Der Großteil des Programms entstammt außerdem den Ideen der Bürgerinnen und Bürger selbst: „Alles, was hier passiert, ist eigentlich eine Bürgerbewegung. Aus den Ideen der Gesellschaft entwerfen wir ein realistisches Konzept, suchen uns Kooperationspartner, beispielsweise bei Sportangeboten, und setzen es um“, beschreibt Tigges-Schwering die Arbeit.

Rundum zufrieden ist Tigges-Schwering mit der Auslastung des Hauses, die Räume sind tagsüber und abends belegt. Eine gute Kooperation mit dem Frauen- und Familienzentrum in Bensheim besteht und gilt es, weiter zu pflegen. Eine gute Zusammenarbeit besteht zum Beispiel auch mit der Bensheimer Tafel und Pro Vita. Der Caritasverband Darmstadt e.V bietet jetzt auch regelmäßig eine Sprechstunde der Allgemeinen Lebensberatung an der Tafel an, die von den Tafelkunden gut angenommen wird.

Angeregt wurde im Rahmen des Gesprächs, im Bereich Familie eine noch intensivere Vernetzung zu erreichen, zum Beispiel durch die Einrichtung eines Runden Tischs Familie. In dem Zusammenhang wies Tigges-Schwering auf die gute Kooperation mit der Bensheimer Demographiebeauftragten Annemarie Biermas und die sehr gute Zusammenarbeit im Netzwerk Demenz Bensheim hin.

Zum Ende des Gesprächs wurde noch einmal die unzureichende Versorgung durch psychiatrische und neurologische Fachärzte sowie auf die sehr angespannte Wohnraumsituation im Kreis Bergstraße hingewiesen. Im Franziskushaus selbst stehen immerhin 21 betreute Wohnungen und Appartements für chronisch psychisch kranke Menschen zur Verfügung.

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