Grüne: Erfolge im Umweltschutz auf städtischen Pachtflächen

Die Grüne Liste Bensheim (GLB) fordert seit Langem, auf den Einsatz von Glyphosat zu verzichten. Bereits 2015 wurde eine Anfrage an den Magistrat bezüglich der Verwendung von Glyphosat beim KMB im Stadtgebiet und möglicher Alternativen gestellt. Damals wurde informiert, dass das Mittel nicht überall zum Einsatz kommt und es eine behördliche Genehmigung bis April 2018 gibt. Auch auf unseren Wunsch hin hat der KMB auf einen Antrag zur weiteren Anwendung von Glyphosat verzichtet und verwendet seit dem kein Glyphosat mehr. Für uns Grüne war es ein großes Anliegen, auch bei den städtischen Pachtflächen für die Landwirtschaft auf den Einsatz von Glyphosat und weiterer Pestizide zu verzichten.

„Daher haben wir im März 2018 die Initiative ergriffen und uns gefreut, dass diese von unseren Koalitionspartnern unterstützt wurde. Wir haben gemeinsam den Antrag gestellt, bei Neuabschluss und Verlängerung von Pachtverträgen eine Bedingung aufzunehmen, durch die der Pächter verpflichtet wird, auf den Einsatz von glyphosat- und von neonicotinoidhaltigen Pestiziden sowie mit Neonicotinoiden behandeltes Saatgut zu verzichten“, erinnert GLB Fraktionsvorsitzende Doris Sterzelmaier. „Dies ist uns Grünen wichtig, weil es sich um ein Totalherbizid handelt, welches alle behandelten Pflanzen tötet. Somit trägt der Einsatz von Glyphosat wesentlich zum Rückgang der Biodiversität bei. Insekten, Bienen und viele Kleinstlebewesen findet nicht genügend blühende Pflanzen und damit fehlt ihnen die Nahrung. Neonicotinoide sind Insektizide, die als Nervengift Insekten und vor allem Bienen schädigen und töten. Dies ist folgenreich für uns Menschen, da wir auf die Bienen für die Bestäubung angewiesen sind.“

Glyphosatrückstände konnten auch beim Menschen und in vielen Getreideprodukten nachgewiesen werden. „Wir wollen als Grüne, dass unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben und auch nachfolgende Generationen über gesunde Nahrung verfügen – dazu gehört für uns auch der Schutz von Flora und Fauna auf bewirtschafteten Flächen“, sagt GLB-Stadtverordneter Wolfram Fendler und erklärt weiter, dass mit diesem Antrag auch eine Forderung der Grünen aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt wurde. In einer aktuellen Nachfrage beim Magistrat haben wir erfahren, dass seit dem Beschluss im März 2018 bereits elf Pachtverträge neu abgeschlossen wurden, die diese neue Klausel des Verzichts beinhalten. Bei den elf Verträgen handelt es sich um eine Gesamtfläche von 14,73 Hektar Acker und Grünland. Die neue Pachtperiode der Stadt beginnt am 1. November 2021. Ab diesem Zeitpunkt werden die neuen Vorgaben dann in alle Pachtverträge aufgenommen.

Dies ist ein Erfolg und Bensheim geht hier den richtigen Weg. Begonnen haben wir mit einem ersten Schritt bereits 2012. Damals wurde auf Antrag der Koalitionspartner GLB und CDU beschlossen, dass auf den Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut und gentechnisch veränderten Pflanzen auf städtischen Pachtflächen zu verzichten ist. Weiterhin haben wir in Bensheim viele Bienenweiden angelegt und angeregt, dass Privatgrundstücksbesitzer dem Beispiel der Stadt folgen, damit es wieder mehr Bienen und Insekten bei uns gibt.

„Wir Grüne arbeiten kontinuierlich an diesen Themen zum Schutz der Umwelt der Menschen und sehen, dass hier Erfolge erzielt wurden“, betont Angelika Köster-Loßack, für die GLB im Ortsbeirat Mitte.

Verwandte Artikel