Grüne kommentieren Fahrradklimatest 

Note 3,6 – nach Schulnotenkriterien ein sehr durchwachsenes Ergebnis. Im Fahrradklimatest 2018 hat es immerhin für Platz 87 gereicht. Bei 311 Städten, die deutschlandweit in der Kategorie „Städte von 20 000 bis 50 000 Einwohner“ teilgenommen haben, entspricht das einer guten Platzierung im vorderen Drittel.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und fand 2018 zum achten Mal statt. Es handelt sich nicht um eine repräsentative Umfrage, man kann davon ausgehen, dass eher die aktiven erfahrenen Radfahrerinnen und Radfahrer teilnehmen, die einen geschärften Blick auf Mängel, Missstände und Probleme haben, was auch die eher strenge Notengebung erklären mag.

Schaut man sich die Bensheimer Ergebnisse im Detail an und vergleicht sie mit den Mittelwerten aller beteiligten Städte, so erhält man interessante Erkenntnisse

  • Beim Winterdienst, bei der Reinigung der Radwege und auch bei Beurteilung der Oberfläche der Radwege liegt Bensheim deutlich über dem Durchschnitt, dem KMB wird hier offensichtlich ein Lob ausgesprochen
  • Das VRNextbike – Angebot wird sehr positiv gesehen, hier erhält Bensheim die Note 2,2, der Durchschnitt liegt bei 4,8. In der Tat haben die Nutzerzahlen dieses Fahrradverleihsystems 2018 um 50% gegenüber 2017 zugenommen, ein schöner Erfolg für das System, das bei seiner Einführung mit einiger Skepsis betrachtet wurde.
  • Gute Noten gab es auch bei der Frage nach der Möglichkeit zügig Rad zu fahren, bei der Erreichbarkeit des Stadtzentrums und für die Öffnung der Einbahnstraßen für den Gegenverkehr. Die Bemühungen der vergangenen Jahre werden wahrgenommen und zahlen sich aus.
  • Die größte Abweichung vom Durchschnitt findet sich beim Thema „Falschparkkontrolle auf Radwegen“. Bensheim erhält hier die Note 4,9 – in der Schule heißt das 5+. Hier gibt es offensichtlich Handlungsbedarf.
  • Schlechte Noten gab es auch für die Ampelschaltung, für das Thema „Konflikte mit Kraftfahrzeugen“ und für die Breite der Radwege. Sehr schlecht gewertet wurde die Führung an Baustellen, der Hinweis „Radfahrer absteigen!“ gehört leider noch immer nicht der Vergangenheit an.

„Die Analyse der Ergebnisse zeigt, dass wir uns auf einem guten Weg befinden. Es wurde eine Menge erreicht, aber wir sind noch weit von dem Ziel entfernt, eine wirklich fahrradfreundliche Stadt zu sein. Auch die Tatsache, dass wir mit der Note 3,6 das Ergebnis von 2016 halten konnten, ist durchaus positiv zu bewerten. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Das Bewusstsein, dass Fahrrad fahren eine ganz wesentliche Rolle beim Klimaschutz spielt, dass es ein wichtiger Faktor für attraktive Stadtzentren ist, dieses Bewusstsein ist gewachsen und damit auch die Ansprüche, die Radfahrerinnen und Radfahrer an die Infrastruktur stellen. Wer hier nicht ständig an Verbesserungen arbeitet, wird ganz schnell zurück fallen“, so fasst Hanns-Christian Wüstner, verkehrspolitischer Sprecher der GLB-Fraktion, die Ergebnisse zusammen.

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