Forum der Kulturen Bergstraße will Nachfolger des Nord-Süd-Forums werden

„Unsere ‚Eine Welt‘ ist in ernster Gefahr. Bedroht durch zunehmende globale Umweltzerstörung, wachsende Armut, steigende Verschuldung und ungezügelte Rüstungskosten sind einschneidende Veränderungen auf allen Ebenen in Nord und Süd erforderlich“, heißt es in der Mainzer Erklärung von 1988, dem Gründungsmanifest zahlreicher Nord-Süd-Foren in ganz Deutschland. Auch in Bensheim gründete sich damals mit städtischer Unterstützung ein solches Forum, um für gerechtere Beziehungen zwischen den industrialisierten Ländern und den Entwicklungsländern einzutreten.

Ende 2018 wurde bekannt, dass sich das Nord-Süd-Forum zum Jahresende 2018 aufgelöst hat. „Die Akteure sind in die Jahre gekommen, das öffentliche Interesse an der Arbeit in seiner bisherigen Form hat mehr und mehr abgenommen und so kam es zu dem Beschluss, das Nord-Süd-Forum in seiner bisherigen Form aufzulösen“, erläutert Karl Kerschgens, der über viele Jahre als Sprecher der Gruppierung fungierte.

Nicht in die Jahre gekommen sind viele der in der Mainzer Erklärung angesprochenen Themen und Herausforderungen. Damit umgehen möchte eine Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die bisherige Arbeit in geeigneter Form weiterzuführen. Als Zeichen, dass etwas Neues entstehen soll, schlägt die Initiative den Namen „Forum der Kulturen Bergstraße“ vor. „Die Themen haben sich nicht groß geändert, wir möchten die Schwerpunkte etwas verschieben. Wir können uns vorstellen, neben Fragen des solidarischen Wirtschaftens auch den interkulturellen Austausch stärker in den Fokus zu nehmen. Wir sind hier aber offen für Ideen und Vorschläge aus dem Kreis der Gründungsveranstaltung“, erläutert Jutta Zinecker, Sprecherin der Neugründungsinitiative. Die Gründungsveranstaltung findet statt am kommenden Mittwoch, 3. April, um 19 Uhr im Keller der Alten Faktorei (Hauptstraße 39).

„Wir hoffen auf eine rege Beteiligung aller an interkultureller und entwicklungspolitischer Zusammenarbeit Interessierter im Kreis Bergstraße“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

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