Autor Oliver Herchen spricht über das „Inferno Anthropozän“

Grüne und BUND thematisieren Einfluss des Menschen auf die Erde

Im Rahmen einer Veranstaltung der Grünen Liste Bensheim (GLB) und des BUND Bensheim spricht Autor Oliver Herchen am Montag, 3. Dezember, um 19 Uhr im Wappensaal des Dalberger Hofes, Dalbergergasse 15, über den Klimawandel. Dabei geht es nicht nur um die naturwissenschaftlichen Grundlagen (Treibhausgase, Messmethoden, Klimageschichte der Erde), die Prognosen des Weltklimarates und die verschiedenen Folgen des Klimawandels. Auch auf die internationale Klimapolitik mit dem Übereinkommen von Paris sowie den jüngsten IPCC-Bericht wird der Autor eingehen. Am Ende soll eine offene Diskussion über die Frage stehen, was persönlich gegen den Klimawandel getan werden kann.

Der Planet Erde hat in seiner 4,6 Milliarden Jahre währenden Geschichte bereits viele Katastrophen überstanden: Kontinentalverschiebungen, Klimaveränderungen, Meteoriteneinschläge, Erdbeben, Vulkanausbrüche. Mindestens fünfmal kam es aufgrund solcher Ereignisse zu einem Massensterben, bei dem große Teile aller Lebewesen ausstarben, das letzte Mal am Ende der Kreidezeit vor rund fünfundsechzig Millionen Jahren, als die Dinosaurier verschwanden.

„Heute sind wir wieder Zeugen eines solchen Massensterbens, aber diesmal wurde es nicht verursacht durch äußere Einflüsse, nicht verursacht durch große Naturkatastrophen. Nein, diesmal ist nur eine einzige Spezies für dieses Massensterben verantwortlich: der Mensch. Wir, die wir uns selbst gerne als die Krone der Schöpfung bezeichnen, haben alle Bereiche des Planeten verändert: die Atmosphäre, die Wälder, den Boden, die Ozeane. Bis in jeden noch so abgelegenen Winkel, sei es bis in die tiefste Tiefsee oder den entferntesten Punkt der Antarktis, lässt sich die Spur des Menschen verfolgen. Der Mensch hat die Erde so sehr verändert, dass Wissenschaftler bereits ein neues Erdzeitalter heraufbeschworen sehen: das Anthropozän“, erklärt Peter Lotz.

Jahrelang hat sich Oliver Herchen mit der Frage beschäftigt, warum wir wirtschaftliche Prosperität meist als wichtiger erachten als die Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlage, warum Unternehmensinteressen und Wirtschaftswachstum offenbar wichtiger zu sein scheinen als Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz.

In einem eindringlichen Appell schildert der Autor in seinem Aufsehen erregenden Buch „Des Menschen Erde“, welche Auswirkungen der Klimawandel haben wird, warum der tropische Regenwald womöglich nicht mehr lange existiert, warum die Degradation der Böden ungehindert voranschreitet und warum in den Ozeanen bald mehr Plastik als Plankton schwimmt. Und er beschreibt auch, warum wir das alles nicht länger hinnehmen dürfen. Warum wir endlich aufhören müssen, Krieg gegen die Natur, gegen unseren eigenen Planeten zu führen. Denn wir können diesen Krieg nur verlieren.

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