Zukunftsfähige Verkehrskonzepte aus dem Museum

Die Sonderausstellung „Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt“ im deutschen Architekturmuseum in Frankfurt war Ziel der Grünen Liste Bensheim

„Mit dem Besuch dieser vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderten Ausstellung wollen wir uns auf den Stand der internationalen Fachdiskussion zum Thema Stadt- und Verkehrsplanung bringen und von Beispielen lernen, die international anerkannte Stadt- und Verkehrsplaner in anderen Städten verwirklicht haben“, erklärt Fraktionsvorsitzende Doris Sterzelmaier zu Beginn des Rundganges durch die Ausstellung.

„Die Rückeroberung der Stadt durch die Menschen beginnt mit der Aufwertung der Wohnquartiere, indem öffentliche, begrünte Räume geschaffen werden, aus denen der Autoverkehr zurückgedrängt wurde, um Freizeitangebote und Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen,“ weist StadtverordneterWolfram Fendler auf das Beispiel Karlsruhe hin. „Die Verknüpfung dieser Wohnquartiere mit den Bahnhöfen als Knotenpunkten zum öffentlichen Personennahverkehr sowie weiterhin eine gute Verbindung der Bahnhöfe zu den Gewerbegebieten mit Radverkehrswegen, auf denen die Fahrräder auch Vorrang haben, ist dann der nächste Schritt“.

„Der Umbau einer Straße zur Fahrradstraße kann kostengünstig durch Aufstellen entsprechender Schilder erfolgen und der Vorrang des Radverkehrs kann erreicht werden durch Markierung von Aufstellflächen für Fahrradfahrerinnen und -fahrer vor den Stopplinien für Autos an jeder Ampel, wie das Beispiel Karlsruhe zeigt“, ergänzt Stadtverordneter Hanns-Christian Wüstner. „Wenn mehr investiert wird und ganze Fahrspuren oder sogar Straßen umgewidmet und umgebaut werden, bleibt neben dem Radverkehrsweg Platz, um an der ehemaligen Straße Grünflächen zu schaffen, wie an den Beispielen anderer Städte zu sehen ist.“

Wichtig ist auch, dass auf allen Strecken, die oft zugestaut sind, den effizienten Verkehrsmitteln Fahrrad, Bus und Taxi separate Spuren eingeräumt werden, damit sie nicht vom Rückstau der Blechkarossen behindert werden: „Durch die Verringerung der Anzahl der Spuren für den Autoverkehr wird dieser nur geringfügig behindert, da der Durchfluss durch die Leistungsfähigkeit der Kreuzungen beschränkt wird, mehr Spuren nur zusätzlichen Stauraum schaffen und den Stau dadurch optisch verkürzen, ohne tatsächlich den Durchfluss an Fahrzeugen zu erhöhen. Das sehen wir in fast allen Konzepten“, erläutert Ortsbeiratsmitglied Jochen Kredel.

Die Ausstellung ist noch bis zum 2. September im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt zu sehen. „Als Grüne wünschen wir uns, dass noch viele Bensheimerinnen und Bensheimer sich diese lohnenswerte Ausstellung ansehen, damit wir gemeinsam darüber diskutieren können, wie wir die dort gezeigten Ansätze sinnvoll für Bensheim übernehmen können“, teilt Fraktionsvorsitzende Doris Sterzelmaier abschließend mit.

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