Mehr Radverkehr durch „Abgestimmte Mischung“

Am 20. April konnte man in dieser Zeitung lesen, dass es in Karlsruhe gelungen ist, den Radverkehrsanteil in wenigen Jahren auf 25 Prozent zu steigern und zwar „durch eine enge Verzahnung von Rad-Infrastruktur und Stadtplanung“, wie es in dem Bericht hieß. Die Grüne Liste Bensheim (GLB) erkundigte sich bei Johannes Honné, dem Fraktionsvorsitzenden der Karlsruher Grünen, was genau darunter zu verstehen sei, und fanden interessante Aspekte:

Ein Förderprogramm für den Radverkehr in Höhe von 1,3 Millionen Euro jährlich, ein Mängelbogen für Verbesserungsvorschläge zum Radverkehr, Fahrradabstellanlagen und -parkhäuser, Aufhebung der Benutzungspflicht für Radwege, wo möglich, Markierung von Fahrradsteifen und Schutzstreifen auf der Fahrbahn, konsistente Beschilderung und Fahrrad-Wegweisung. Die Liste ist lang und ließe sich fortsetzen. „Der wichtigste Erfolgsfaktor ist die abgestimmte Mischung der Einzelmaßnahmen, die Verzahnung mit einem guten ÖPNV und einem guten Car Sharing-Angebot sowie eine kontinuierliche Werbung der Stadtverwaltung für den Radverkehr“, so Honné.

Deswegen widersprechen die Bensheimer Grünen der FDP, wenn sie behauptet, ein „gutes Radwegeangebot“ werde kaum etwas bewirken. Zwar reicht ein gutes Radwegeangebot alleine nicht aus, erforderlich ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen, wenn man am Ende Erfolg haben will. Der Bau von Radwegen ist dabei aber eine wichtige Komponente.

Wer sich die Liste der Karlsruher Maßnahmen anschaut, wird vieles wiedererkennen: Radverkehrsschau, Radverleihsystem, Freigabe von Einbahnstraßen für Radfahrerinnen und Radfahrer, Radwegebeschilderung, Fahrradparkhaus und vieles mehr. Vieles wurde durch die Koalition aus CDU, GLB und BfB bereits erreicht, vieles auf den Weg gebracht, manches lässt sich nicht auf Bensheimer Verhältnisse übertragen.

„Die Koalition macht, was das Thema Radverkehr angeht, keinen schlechten Job. Die FDP, die in den städtischen Gremien hauptsächlich durch Stimmenthaltungen und maximale Zurückhaltung bei eigenen Anträgen auffällt, hat auch hier keinen besseren Vorschlag, als ein uraltes Straßenbauprojekt wieder aufzuwärmen. Damit hat noch niemand eine Verringerung des motorisierten Verkehrs erreicht“ heißt es abschließend in der Pressemitteilung der Grünen.

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