Der Atomdeal und Biblis – endlose Risiken? Grüne Runde: Sylvia Kotting-Uhl, Atomexperten der Grünen-Bundestagsfraktion diskutiert in Bensheim.

Biblis bleibt ein aktuelles und hoch umstrittenes Thema, wie die achtseitige Sonderbeilage der ECHO Zeitungen GmbH von Anfang März belegt: Bisher galt auch im Bereich der Atomkraftnutzung das Verursacherprinzip.

Und nun? Mit 23,6 Milliarden Euro in einem öffentlich-rechtlichen Fonds kaufen sich RWE, Eon, EnBW und Vattenfall von der jahrzehntelangen Verantwortung für die Zwischen- und Endlagerung des von ihnen verursachten Atommülls frei. Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten auf mindestens 70 Milliarden Euro. Mehr noch, so kritisieren die Veranstalter: Die Betreiber verzichten keineswegs auf alle Klagen in Zusammenhang mit der Stilllegung der Atomkraftwerke. So ergibt sich folgendes Bild nach Einschätzung der Grünen Liste Bensheim (GLB):

Die Endlagerfrage ist auf lange Sicht ungelöst und Biblis wird vielleicht noch über hundert Jahre Zwischenlager und damit auch ein hohes Gefahrenpotenzial nicht nur für die Bergsträßer Bürgerinnen und Bürger bleiben. Nun wird aber die bundesdeutsche Bevölkerung außer dem Strahlungsrisiko zusätzlich erhebliche Kostenrisiken durch den Atomdeal zu tragen haben. „Nur die Betreiber können sich darüber freuen“, meint Moritz Müller, Bundestagskandidat der Grünen im Kreis Bergstraße. Außerdem droht bereits in den nächsten Jahren die Rückführung deutschen Atommülls aus La Hague nach Biblis.

Einladung der Bundestagsabgeordneten

Nicht nur die Grünen im Kreis Bergstraße sind über diese Entwicklung außerordentlich beunruhigt und fordern von der Hessischen Landesregierung, sich nicht hinter RWE zu verstecken – auch nicht bei den wiederbelebten Foren in Biblis. Um eine Einschätzung dieser Situation und mögliche Handlungsperspektiven zu gewinnen, haben sie Sylvia Kotting-Uhl, Atomexpertin der Grünen Bundestagsfraktion, zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung eingeladen. „Sie genießt weit über die grüne Szene hinaus hohes Ansehen und wird sich auch mit den kritischen Fragen und Einwänden der eingeladenen Mitglieder von Atomerbe Biblis, BUND und AK.W.ENDE auseinandersetzen“, betont Peter Lotz, Initiator der monatlich tagenden Grünen Runde. Natürlich wird es auch um den Biblis-Rückbau, die Sicherheitsfragen und die Rolle der Hessischen Landesregierung gehen.

Die Veranstaltung findet am Montag, 3. April, um 19 Uhr im Bensheimer Haus am Markt (Mehrzweckraum) statt. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen.

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