CDU, GLB und BfB: Schäden durch Hochwasser vorbeugen

Heftige Niederschläge waren in diesem Frühling in Bensheim wie schon in vorangeganenen Jahren zu verzeichnen. Die Schäden durch Überschwemmungen erreichten freilich nicht das Ausmaß, das in anderen Teilen Deutschland zu verzeichnen war. Für CDU, GLB und BfB waren die Ereignisse aber Anlass genug, um sich nach dem Hochwasserschutz in der Stadt zu erkundigen, wie die Koalitionsfraktionen in einer Pressemitteilung berichten.

„Bei Starkregen entstehen im Stadtgebiet immer wieder kritische Situationen, zum Beispiel am Meerbach im Bereich der Schwarzwaldstraße. Auch kommt es zu vollgelaufenen Keller und überfluteten Straßen, dies sollte durch gezielte Vorkehrungen vermieden werden“, sagt Stadtverordneter Tobias Heinz (CDU). „Wir wollen die Stellen benennen, an denen die Maßnahmen gegen Überschwemmungen verbessert werden müssen. Soweit möglich muss Schäden durch Unwetter vorgebeugt werden.“

In der Antwort des Magistrats auf eine Anfrage der Dreierkoalition werden Stellen aufgeführt, an denen es bei den Regenfällen im Mai und Juni zu kurzzeitigen Problemen kam: In der Heidelberger Straße war die Fahrbahn auf Höhe der Arminstraße überflutet. Ursache war ein Rückstau aus dem Rickenbruchgraben am dortigen Regenüberlauf. Die Bahnunterführung Wormser Straße stand unter Wasser. Betroffen war auch das Gewerbegebiet nördlich der Schwanheimer Straße.

In der Märkerwaldstraße in Gronau kommt es immer wieder zu Überschwemmungen durch den Meerbach. Die Pläne für die anstehende Umgestaltung der Strecke sehen vor, mit der Anordnung der neuen Bachstützwand den Strömungsdurchschnitt des Baches zu verbessern. Bei Starkregenereignissen tritt in der Nibelungenstraße in Höhe des Falkenhofes das Wasser aus dem Kanal, dessen hydraulische Sanierung deshalb geplant ist. Im Kreuzungsbereich Riedwiese/B 47 führt eine unzureichende Straßenentwässer dazu, dass Wasser auf der Straße steht.

„Extreme Wetterereignisse als eine Folge des Klimawandels sind häufiger festzustellen. Eine Herausforderung ist die Überlastung der Bäche und Gräben bei großen Niederschlagsmengen. Schutzeinrichtungen wie Dämme und Rückhalteanlagen werden an Bedeutung zunehmen“, erklärt GLB-Fraktionsvorsitzende Doris Sterzelmaier. Allerdings verweist die Antwort des Gewässerverbandes darauf, dass ein vollständiger Schutz vor Hochwasser nicht möglich sei, weder räumlich noch wirtschaftlich. Deshalb sind entlang aller Gewässer ökologisch funktionierende Randstreifen sowie Verbreiterungsflächen für zukünftige Deichsanierungen frei zu halten.

In den nächsten 20 Jahren sollen die Deiche im Kreis Bergstraße ertüchtigt werden. Dreiviertel von ihnen sind sanierungsbedürftig bzw. überaltert, auch an Winkelbach, Meerbach, Ziegelbach und Neugraben. Auf der Gemarkung von Bensheim betrifft dies rund 25 Kilometer Flussdeiche, bei denen sich bislang zwar keine Auffälligkeiten zeigten, die der Gewässerverband aber in sein Bauprogramm aufgenommen hat. Alle Hochwasserrückhalteanlagen werden kontinierlich überprüft und einsatzbereit gehalten.

Die Lauter gelte als relativ hochwassersicher, zitieren die Koalitionsfraktionen aus den Antworten. Hierfür sorge die Talsperre in Reichenbach, die mehrmals im Jahr anspringe. Der Polder Hähnerwiesen – nördlich der Saarstraße – bewirke eine Entlastung am Winkelbach bis maximal zum Rinnentor, wenn er geflutet werde.

Das Abflussverhalten im Kanalnetz wiederum stellt ein Generalentwässerungsplan dar. Zuletzt erfolgte eine hydraulische Überrechnung für das gesamte Kanalnetz im Jahr 1986. Punktuell wurde diese unter anderem 2009 für Bensheim-Mitte durchgeführt, wie Stadtverordneter Franz Apfel (BfB) berichtet: „Der zuständige KMB sieht es als unabdingbar an, das Einzugsgebiet der Kläranlage für den Bestand und die Prognose zu überrechnen. Dies soll eine Grundlage für künftige Sanierungsmaßnahmen bilden. Wichtig ist auch, die zunehmende Versiegelung der Böden zu begrenzen und teilweise wieder rückgängig zu machen.“

Bei allen – auch privaten – Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen, an denen Schäden durch eindringendes Wasser entstehen kann, sind vorbeugende Schutzmaßnahmen wichtig. Besonders gilt dies für Bauwerke, die ebenerdige oder tieferliegende Öffnungen haben, durch die Oberflächenwasser von Außen oder Kanal-Rückstauwasser von Innen zu Vernässung bzw. Flutung führen kann. Der Gewässerverband unterstützt Bürger durch Besichtigung und Beratung zu möglichen Maßnahmen der Gefahrenbeseitigung.

CDU, GLB und BfB wollen sich dafür einsetzen, dass die Maßnahmen umgesetzt werden, die aufgrund eingetretener Schäden oder fachkundiger Prognosen erforderlich sind. Mit dem Hochwasserschutz als bedeutendem Thema werden sie sich – aufbauend auf die Antworten zu ihrer Anfrage – weiter befassen, schreiben die Koalitionsfraktionen in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

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