GLB stellt Dringlichkeitsantrag gegen den Verkauf des Auerbacher Schlosses

Bensheim-Auerbach. Mit dem von der CDU/FDP-Landesregierung angestrebten Verkauf des Auerbacher Schlosses befasste sich die Fraktion der Grünen Liste Bensheim auf ihrer jüngsten Fraktionssitzung, die aus gegebenem Anlass im Lokal „Dorfmühle“ in Auerbach stattfand.

Ralf Löffler, der für die GLB auch im Ortsbeirat Auerbach sitzt, konnte zunächst von einer einmütigen Ablehnung der Pläne im Ortsbeirat Auerbach berichten, der jedoch aus formalen Gründen noch keine Beschluss fassen konnte. Eine Beschlussfassung des Ortsbeirates soll daher nach dem Willen von Löffler und dem stellvertretenden Ortsvorsteher Christof von Fumetti, der als Parteiloser die GLB ebenfalls im Ortsbeirat vertritt, auf einer baldigst anzuberaumenden Sitzung des Ortsbeirates erfolgen. Die anwesenden CDU- und SPD- Ortsbeiräte in Auerbach hatten sich zumindest ebenso wie die GLB- Vertreter alle gegen den Verkauf ausgesprochen.

Fraktion und Ortsbeiräte der GLB sowie die erschienenen Gäste waren sich völlig einig, dass der beabsichtigte Verkauf des Schlosses vollkommen inakzeptabel sei. Dem derzeitigen Pächter, der nach Auffassung der GLB gute Arbeit leiste und den Bekanntheitsgrad des Schlosses durch viele Aktivitäten positiv beeinflusst hat, sollte hingegen zur langfristigen Planung seiner Aktivitäten eine langfristige Pachtmöglichkeit eingeräumt werden.

Der Verkauf von wertvollen Kulturgütern von der Größe und Bedeutung des Auerbacher Schlosses oder des Fürstenlagers sei jedoch abzulehnen. Auch in Situationen wie in Auerbach, wo der derzeitige Pächter gute Arbeit leistet, kann bei Nachfolgen oder immer möglichen späteren finanziellen Problemen nach Einschätzung der GLB ein böses Erwachen folgen. Andererseits sei auch eine vertragliche Absicherung angesichts langer Prozesslaufzeiten im Justizsystem keine Gewähr dafür, dass Stadt und Land bei Gefahr im Verzug wirklich schnell handeln könnten.

Das Land lässt seit Jahrzehnten wertvolle Grundstücke ungenutzt und restauriert eine Villa in Wiesbaden mit Millionenaufwand als „repräsentativen Dienstsitz“ des Ministerpräsidenten. Der mögliche Verkaufserlös des Schlosses sei im Vergleich dazu als eher gering anzusetzen und nicht zur Sanierung des Haushaltsdefizits geeignet.

Aufgrund der Dringlichkeit hat die Fraktion der Grünen Liste einen Antrag zu Stadtverordnetenversammlung am 02.11.2000 eingereicht, dem zufolge sich die Stadt bei der Landesregierung gegen einen Verkauf des Schlosses, aber für ein langfristiges Pachtverhältnis beim Auerbacher Schloss ausspricht. Die GLB hofft, dass die anderen Parteien bereit sein werden, den Antrag als Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung zu setzen, damit dieses Thema unmittelbar behandelt und der Landesregierung eine möglichst einmütige Position der Stadt Bensheim deutlich gemacht werden kann.

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